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Masuren
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Masuren (masurisch MazurĂż, polnisch Mazury) ist eine ethnokulturelle Region in der im Norden Polens gelegenen Woiwodschaft Ermland-Masuren, im SĂźden der historischen Landschaft PreuĂen.
Contents
⢠Name
⢠Landschaft
⢠BevÜlkerung
⢠Geschichte
⢠Nach 1945
⢠Religion
⢠Christentum
⢠Judentum
⢠Literatur
⢠Sachbßcher
⢠Sonstiges
⢠Weblinks
⢠Anmerkungen
⢠Einzelnachweise
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Name
Der inoffizielle Name Masuren kam ab dem 18. Jahrhundert in Gebrauch, nachdem sich evangelische Zuwanderer aus dem sĂźdlicher gelegenen Masowien in OstpreuĂen angesiedelt hatten. Der Eigenname der Masowier bedeutet âMenschâ oder âEinwohnerâ und geht auf das polnische mÄ
Ĺź (âEhemannâ) zurĂźck. Der polnische Name Mazury ist im Gegensatz zum deutschen ein grammatischer Plural. Seit der Zuteilung des sĂźdlichen OstpreuĂens an Polen nach dem Zweiten Weltkrieg ist Masuren die grĂśĂte Seenlandschaft Polens.
Grenzen und Gebiet
Im Norden grenzt die Region an das Ermland (das Gebiet des ehemaligen FĂźrstbistums Ermland); in Westen grenzt sie an die Regionen Unteres Weichseltal (das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks WestpreuĂen einschlieĂlich Saalfeld und Alt Christburg, aber mit Ausnahme der Frischen Nehrung) und Hockerland (das Gebiet der ehemaligen Landkreise PreuĂisch Holland sowie Mohrungen, mit Ausnahme Saalfelds und Alt Christburgs); im SĂźden und Osten grenzt sie an Masovien, Podlachien und Suwalszczyzna/Suvalkija; die Grenze folgt dort der frĂźheren SĂźd- und Ostgrenze OstpreuĂens. Im Nordosten sind die zu Polen gehĂśrenden Anteile von Barten und Kleinlitauen benachbart; dort gibt es keine exakt festgelegte Grenze.
Grob beschrieben umfasst der Westteil Masurens das FĂźnfeck DziaĹdowo (Soldau), DÄ
brĂłwno (Gilgenburg), OstrĂłda (Osterode), Olsztynek (Hohenstein) und Nidzica (Neidenburg), einschlieĂlich MiĹomĹyn (LiebemĂźhl); der Ostteil umfasst das ZwĂślfeck Nidzica (Neidenburg), Pasym (Passenheim), MrÄ
gowo (Sensburg), Ryn (Rhein), KÄtrzyn (Rastenburg), WÄgorzewo (Angerburg), Olecko (Marggrabowa, ab 1928 Treuburg), EĹk (Lyck), BiaĹa Piska (Bialla, ab 1938 Gehlenburg), Pisz (Johannisburg/Johannisburger Heide), Ruciane-Nida (Rudczanny, ab 1938 Niedersee) und Wielbark (Willenberg), einschlieĂlich Szczytno (Ortelsburg), GiĹźycko (LĂśtzen), Sztynort ((GroĂ) Steinort), MikoĹajki (Nikolaiken) und Orzysz (Arys).
Landschaft
Der Westteil befindet sich auf der Eylauer Seenplatte, der Ostteil auf der Masurischen Seenplatte. Die Kleinstadt Nidzica (Neidenburg), wo die beiden Teile zusammenlaufen, liegt hingegen auf der Kulm-Dobriner Seenplatte. FĂźr Friedrich Ratzel hatte Masuren einen âamphibischen Charakterâ wie Finnland, Neufundland, Maine und Minnesota.cite-ref-1[1]
BevĂślkerung
â
Hauptartikel
:
Masuren (Volk)
Das ehemalige Alt-PreuĂenland reichte noch weiter sĂźdlich als das spätere OstpreuĂen und wurde ursprĂźnglich von den pruĂischen Pogesaniern, Barten, Galindern und Sudauern bewohnt. Seit dem Erscheinen der Polanen und Masowier sahen sich die PruĂen vielfachen Eroberungsversuchen ausgesetzt. Nachdem der Papst KreuzzĂźge ausgerufen hatte, wurde PreuĂen im 13. Jahrhundert durch den Deutschen Orden erobert. Es gehĂśrte zusammen mit Livland und Kurland zuerst zum Deutschordensstaat und ab 1525 zum Herzogtum PreuĂen, das vom Zweiten Frieden von Thorn 1466 bis zum Vertrag von Oliva 1660 unter polnischer Lehnshoheit stand.
Die BevĂślkerung setzte sich aus christianisierten und germanisierten PruĂen, deutschen Kolonisten und evangelischen Siedlern aus dem benachbarten polnischen Masowien zusammen und sprach bis ins 19. Jahrhundert hinein mehrheitlich Masurisch, eine mit deutschen LehnwĂśrtern durchsetzte, dem Polnischen ähnliche slawische Sprache. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verbreiteten sich die Deutschkenntnisse, und spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand ein Sprachwechsel statt, indem das Masurische nicht mehr an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wurde.
Geschichte
Namensherkunft und âUrbevĂślkerungâ
Die erste namentlich bekannte Ethnie auf dem Gebiet des heutigen Masuren waren die ostgermanischen Skiren. Im Verlauf der VĂślkerwanderung wurden sie Vasallen der Hunnen. Die Herkunft des Namens des Jahrhunderte später entstandenen benachbarten Landes Masowien geht auf Masos (auch Maslao geschrieben), einen Mundschenk der ersten Polanen, zurĂźck. 1834 wurde der Ursprung auch im Reitervolk der Massageten angenommen;cite-ref-2[2] aber auch der pannonisch-dalmatinische Volksstamm der Mazei wird wegen der Ăhnlichkeit vieler Toponyme nicht ausgeschlossen. Danach ginge die Namensbedeutung auf maz âgroĂâ (Bergname Massarus) zurĂźck.cite-ref-3[3]
Die Ursprache der späteren Masowier kĂśnnte ein protopolnischer Dialekt gewesen sein. Bei der Ankunft und Staatenbildung der Polanen um das Jahr 1000 n. Chr. unternahmen diese wiederholte Eroberungsangriffe auf die nĂśrdlich angrenzenden pruĂischen Stämme. Der von den aus Masowien während der Reformationszeit im sĂźdlichen OstpreuĂen eingewanderten evangelischen Personen gesprochene masurische Dialekt geht auf polnische Wurzeln zurĂźck, ist jedoch je nach Region stark mit anderen Sprachen vermengt: Im nordĂśstlichen Teil gab es ein Gemisch aus Litauisch und Polnisch, im westlichen Teil dagegen eine starke Vermischung mit Deutsch. Im Inneren Masurens kamen sehr unterschiedliche Mundarten vor; am wenigsten geschätzt wurden im Ăźbrigen OstpreuĂen diejenigen der Gegenden um Angerburg und LĂśtzen. Das reinste Polnisch traf man in der Gegend um Soldau an. Zwischen der gewĂśhnlichen Umgangssprache und dem kirchlichen Polnisch gab es erhebliche Unterschiede.cite-ref-4[4]
Geschichte seit dem 12. Jahrhundert
1226 bat der polnische Seniorherzog Konrad von Masowien den Deutschen Orden um Hilfe gegen die heidnischen PruĂen, die in Sassen, um LĂśbau (Lubava), Barta, Galinden und Sudauen im AltpruĂenland wohnten, wo um die Reformationszeit auch Masuren siedelten. Der Orden wurde erst tätig, nachdem ihm 1226 der rĂśmisch-deutsche Kaiser Friedrich II. und 1230 Konrad von Masowien die unumschränkte Hoheit Ăźber alle zu erobernden Gebiete garantiert hatte.
Im 13. Jahrhundert unterwarf der Deutsche Orden die baltisch-pruĂischen Stämme der Sudauer und Galinder und siedelte Sudauer nach dem Samland und dem Memelland um. In das Gebiet des jetzigen Masuren wanderten Siedler aus Westfalen und Niedersachsen ein, die der Deutsche Orden angeworben hatte. Nach mehreren Kriegen zwischen dem Orden auf der einen, dem KĂśnigreich Polen und dem PreuĂischen Bund auf der anderen Seite musste ersterer im Zweiten Thorner Frieden 1466 den Westteil seines Herrschaftsgebietes an die polnische Krone abtreten und sich mit dem Rest, zu dem auch (das allerdings erst seit dem 18. Jahrhundert so genannte) Masuren gehĂśrte, polnischer Lehenshoheit unterstellen.
1525 wurde dieser Ordensstaat unter Albrecht von Brandenburg-Ansbach auf Anraten Luthers protestantisch und in das weltliche Herzogtum PreuĂen umgewandelt, das wiederum unter polnischer Lehenshoheit blieb. In der späten Ordens- und der frĂźhen herzoglichen Zeit wurden die bisher dĂźnnbesiedelten Teile PreuĂens mit Litauern (PreuĂisch-Litauen) und Masowiern (Masuren) besiedelt. Nach der Reformation rissen deren Verbindungen nach Polen weitgehend ab.
Das Herzogtum PreuĂen wurde 1618 in Personalunion mit dem KurfĂźrstentum Brandenburg verbunden. Während des Zweiten Nordischen Krieges (1655â1660) wurde Masuren von polnischen Truppen erobert; mit Bezug auf die auf Seiten Polens kämpfenden Lipka- und Krimtataren gingen diese von Christoph Hartknoch beschriebenen Ereignisse als âTatareneinfallâ in die masurische Ăberlieferung ein. Fast alle masurischen Städte und zahlreiche DĂśrfer wurden zerstĂśrt; mehr als 50 Prozent der Einwohner Masurens starben in den Jahren 1656 und 1657, 23.000 von ihnen an den unmittelbaren Kriegseinwirkungen, 80.000 an Krankheiten und Hunger; 3.400 wurden in die Sklaverei verschleppt.cite-ref-5[5] Als Folge des Krieges lĂśste sich das Herzogtum PreuĂen 1660 durch den Vertrag von Oliva aus der polnischen Lehenshoheit. Da PreuĂen nun weder dem KĂśnig von Polen noch dem Heiligen RĂśmischen Reich unterstand, konnte der regierende KurfĂźrst fĂźr PreuĂen die KĂśnigswĂźrde erwerben und sich 1701 in KĂśnigsberg als Friedrich I. gewissermaĂen selbst zum KĂśnig in PreuĂen krĂśnen, ohne einem anderen Herrscher den Lehnseid leisten zu mĂźssen.
Die Pestepidemie von 1709/10 erreichte Masuren bereits im August 1708, als im Dorf Bialutten der erste Pesttote registriert wurde; Mitte September 1708 kam es zu einem Pestausbruch in Hohenstein. In der Folgezeit griff die Epidemie, wenn auch mit deutlichen regionalen Abweichungen, auf ganz Masuren Ăźber. In den westlichen Ămtern Osterode, Hohenstein und Gilgenburg starben in den Jahren 1709 und 1710 insgesamt 1.463 Menschen, im Hauptamt Seehesten 677. DemgegenĂźber starben im Hauptamt Rhein 6.789, in Stadt und Kirchspiel Johannisburg 1.815 und im Kirchspiel Bialla 1.455 Einwohner. In der Stadt LĂśtzen blieben von 919 Bewohnern lediglich 119 am Leben.cite-ref-6[6]
Seit dem 18. Jahrhundert benannte man die Landschaft und die Gesamtheit ihrer zahlreichen Seen nach den evangelischen âMasurenâ, die im 15. bis 18. Jahrhundert aus Masowien eingewandert waren.
In Verfolg einer Kabinettsordre vom 22. Mai 1811 legte Johann August Sack am 14. August 1811 einen umfangreichen Bericht Ăźber eine neue Landeseinteilung vor. Zu Masuren heiĂt es:cite-ref-7[7]
âZwar nicht so dringend nĂśtig, aber doch nicht minder heilsam ist es, wenn Masuren, welches jetzt unter die OstpreuĂische und Litthauische Regierung geteilt ist und den sĂźdlichen Teil von beiden Departments ausmacht, unter einen gemeinschaftlichen Präsidenten gestellt wĂźrde, unter Aufhebung der Litauischen Regierung. Masuren erfordert wegen Gleichheit der Sprache, Sitten, Kultur und Gewerbe seiner Bewohner â protestantische Polen â ebenfalls eine groĂe Einheit in RĂźcksicht seiner Verwaltung, und hat durchgängig ein Ăźbereinstimmendes Agrikultur-Interesse. [Die] durch die Entlegenheit seiner ProvinzialbehĂśrden geschwächte Sorgfalt der Administration [habe Masuren in Entwickelung und Vervollkommnung seiner Kräfte zurĂźckgehalten und] mache es einer besonderen Aufsicht und FĂźrsorge ebenso wert als bedĂźrftig.â
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Johann August Sack
Die moderne Verwaltung und die allgemeine Schulpflicht bewirkten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine zunehmende Eindeutschung der Masuren. Bis etwa zur ReichsgrĂźndung verfolgte der preuĂische Staat eine tolerante Sprachenpolitik. Die Unterrichtssprache in den Volksschulen des jeweiligen Kreises war die mehrheitlich dort gesprochene Sprache, d. h. in mehrheitlich polnischsprachigen Kreisen wurde in der Regel auf Polnisch unterrichtet (auch fĂźr die Kinder deutscher Muttersprache).
Entwicklungen seit der ReichsgrĂźndung
Diese Politik änderte sich nach der ReichsgrĂźndung, als nach und nach Ăźberall Deutsch als Unterrichtssprache eingefĂźhrt wurde.cite-ref-8[8] Im Gegensatz zur Ăźberwiegend katholischen und somit vom Kulturkampf betroffenen polnischen und kaschubischen BevĂślkerung des preuĂischen Teilungsgebiets Polens (Provinzen Posen und WestpreuĂen sowie das Ermland) ebenso wie der polnischsprachigen BevĂślkerung Ostoberschlesiens erfolgte die Assimilation der evangelischen Masuren ohne nennenswerten Widerstand. Es fehlte ihnen, wie nationalpolnische Historiker beklagten, das ZugehĂśrigkeitsgefĂźhl zur polnischen Nation. Der in LĂśtzen als Adalbert von Winkler geborene und zum Polentum konvertierte Wojciech KÄtrzyĹski beanspruchte in seiner 1872 erschienenen Schrift O Mazurach (âĂber die Masurenâ) die Masuren bzw. deren Siedlungsgebiet ganz fĂźr einen kĂźnftigen polnischen Nationalstaat.cite-ref-9[9] In dieser ersten Schrift stellte KÄtrzyĹski die These auf, dass die polnischen Masuren die ersten Bewohner der Gegend gewesen seien. Diese Behauptung vertrat er in seinem zweiten, umfassenderen, 1882 in Lemberg erschienenen Werk nicht mehr; jedoch argumentierte er, dass der Deutsche Ordensstaat die Urbarmachung und Kolonisation Masurens praktisch ausschlieĂlich mit polnischen Siedlern durchgefĂźhrt habe, so dass Polen ein historisches Recht auf dieses Land habe.cite-ref-10[10] Von diesen Argumenten blieben die meisten Masuren unbeeindruckt und der Gebrauch der polnischen Sprache nahm kontinuierlich ab. Um 1875 gebrauchten noch etwa 66 Prozent der damals etwa 400.000 Bewohner die masurische oder polnische Sprache, während 34 Prozent Deutsch sprachen. Im Rahmen der Volkszählung von 1910 gaben etwa 29 Prozent der Bewohner Masurisch, 13 Prozent Polnisch und 58 Prozent Deutsch als Muttersprache an. Bei allen Reichstagswahlen zwischen 1871 und 1912 dominierte in den sĂźdlichen Wahlkreisen OstpreuĂens die Konservative bzw. Deutschkonservative Partei. Liberale Parteien wie die Deutsche Fortschrittspartei oder die Nationalliberale Partei konnten ebenfalls Erfolge erzielen, die pro-polnische Masurische Volkspartei blieb weitgehend unbedeutend.
Im Zuge der Industrialisierung wanderten im späten 19. Jahrhundert zahlreiche Einwohner Masurens in die westlichen Industriegebiete ab. Im Jahr 1908 lebten etwa 120.000 bis 130.000 Masuren im Ruhrgebiet, wo sie als Teil der sogenannten Ruhrpolen wahrgenommen wurden. Beispielsweise waren zwischen 1884 und 1904 allein nach Gelsenkirchen 18.275 Masuren zugezogen, auf der Zeche Graf Bismarck arbeiteten im Jahr 1900 2.174 Masuren. 1920 zählte Gelsenkirchen 67.000 Masuren, die zur Volksabstimmung in ihre Heimatorte reisten. Regionale Ansiedlungsschwerpunkte im Ruhrgebiet bildeten Wattenscheid fĂźr Neidenburger und Soldauer, Bochum fĂźr die Osteroder und Wanne fĂźr LĂśtzener. Im mittleren Ruhrgebiet waren manche Stadtteile masurisch geprägt, so erhielt Gelsenkirchen-Schalke den Beinamen âKlein-Ortelsburgâ.cite-ref-11[11]
Während des Ersten Weltkriegs drangen russische Truppen weit in OstpreuĂen ein. In Masuren fanden vom 26. bis 31. August 1914 die Schlacht bei Tannenberg, vom 6. bis 14. September 1914 die Schlacht an den Masurischen Seen sowie vom 7. bis 27. Februar 1915 die Winterschlacht in Masuren statt. 277.000 Einwohner Masurens waren vor der russischen Invasion geflohen oder evakuiert worden, 707 Zivilisten wurden während der russischen Besatzung getĂśtet, 2.713 nach Russland deportiert.cite-ref-kos239-12-0[12] Die groĂen deutschen Siege hinterlieĂen bei den Bewohnern Masurens einen tiefen Eindruck. Bei der Benennung des Schlachtortes wurde von deutscher Seite bewusst an den alten Mythos der Schlacht von Tannenberg (1410) angeknĂźpft. Der Wiederaufbau der kriegszerstĂśrten Gebiete Masurens begann noch während des Krieges im Rahmen der âOstpreuĂenhilfeâ, so Ăźbernahm der Regierungsbezirk und die Stadt KĂśln die Patenschaft fĂźr den Kreis Neidenburg, Frankfurt a. M. fĂźr LĂśtzen, Berlin-Charlottenburg fĂźr Soldau, Berlin-Wilmersdorf und Wien fĂźr Ortelsburg sowie der Regierungsbezirk Oppeln fĂźr Lyck.cite-ref-kos239-12-1[12] Die Planungen erfolgten hierbei sowohl durch einheimische Architekten als auch durch bekannte Architekten aus anderen Regionen, so erstellte Bodo Ebhardt bereits 1916 einen Bebauungsplan fĂźr Neidenburg. Planungen von Bruno MĂśhring flossen in den Wiederaufbau von Ortelsburg ein, der Entwurf des Wiener Architekten Josef Hoffmann fĂźr den Bau eines Rathauses in Ortelsburg wurde allerdings nicht umgesetzt.cite-ref-salm-13-0[13]
Die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entstandene Zweite Polnische Republik erhob Anspruch auf Masuren. Aufgrund des Versailler Vertrages wurde am 11. Juli 1920 in einigen westpreuĂischen Kreisen und in Masuren unter der Aufsicht einer Interalliierten Kommission eine Volksabstimmung abgehalten. Im eigentlichen Masuren entschieden sich 99,32 Prozentcite-ref-14[14] fĂźr den Verbleib bei OstpreuĂen und damit bei Deutschland. Im gesamten Abstimmungsgebiet Allenstein (einschlieĂlich SĂźdermland) stimmten bei 87,31 Prozent Wahlbeteiligung 97,86 Prozent fĂźr OstpreuĂen (363.159 Stimmen), 7.924 Stimmberechtigte (2,14 Prozent) votierten fĂźr Polen. Im Rahmen der Volkszählung von 1925 gaben 805 Bewohner Masurens Polnisch als Muttersprache und deutschlandweit insgesamt 81.641 Masurisch als Mutter- oder Zweitsprache an.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16] Pro-polnische Parteien erzielten auch in den Jahren der Weimarer Republik auf Provinzialebene Wahlergebnisse im Bereich um 1 %.cite-ref-17[17]
Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung im Januar 1919 errang die SPD in Masuren die absolute Mehrheit, im Verlauf der 1920er Jahre wählte Masuren aber weiterhin politisch konservativ, die DNVP erzielte hier regelmäĂig Wahlsiege. Masuren blieb durch die kleinbäuerliche Struktur geprägt, zusätzlich wirkte sich die Errichtung des Polnischen Korridors wirtschaftlich negativ aus. Die im Rahmen der OstpreuĂenhilfe erfolgten Steuersenkungen und Subventionen stĂźtzten vorrangig landwirtschaftliche GroĂbetriebe und fĂźhrten damit fĂźr viele masurische Betriebe nicht zu einer wirtschaftlichen Besserung. In den späten 1920ern konnte die NSDAP erste Erfolge in Masuren verbuchen, bei der Reichstagswahl Juli 1932 erzielte sie ihr deutschlandweit bestes Ergebnis im Kreis Lyck mit 70,6 %, gefolgt von Neidenburg mit 69,0 % und Johannisburg mit 68,1 %.cite-ref-18[18]
Während der Novemberpogrome 1938 wurden die Ortelsburger und Neidenburger Synagogen zerstĂśrt, in Neidenburg wurden zwei Menschen von lokalen SA-Männern getĂśtet.cite-ref-19[19] Im Zuge der Umbenennung von Orten in OstpreuĂen im Jahr 1938 wurden zahlreiche masurische Ortsnamen geändert.
Der Zweite Weltkrieg hatte zunächst nur geringe unmittelbare Auswirkungen auf Masuren. Im Herbst 1944 wurde ein 30 km breites Gebiet entlang der ostpreuĂischen Ostgrenze evakuiert; dies betraf insbesondere den Kreis Oletzko, dessen ZivilbevĂślkerung im Oktober 1944 zu 40 Prozent nach Sachsen evakuiert wurde, und den Kreis Lyck. Weitere planmäĂige Evakuierungen erfolgten jedoch nicht, vielmehr wurden Fluchtvorbereitungen als Defätismus gewertet. Im Zuge der OstpreuĂischen Operation der Roten Armee wurde Masuren im Januar 1945 vollständig besetzt; als letzte Stadt Masurens wurde Sensburg am 29. Januar 1945 erobert. Nachdem die Rote Armee bereits am 26. Januar das Frische Haff erreicht hatte, war eine weitere Flucht nur noch Ăźber den Seeweg mĂśglich; viele zuvor geflĂźchtete Masuren kehrten daher im Verlauf des Jahres 1945 wieder in ihre Heimatorte zurĂźck. Nach der Eroberung wurden sämtliche arbeitsfähigen Personen zwischen 18 und 50 Jahren in die Sowjetunion deportiert, von ihnen kehrten mehr als die Hälfte nicht zurĂźck.cite-ref-dhi-20-0[20]
Nach 1945
Die Rote Armee ĂźberlieĂ Masuren noch vor Kriegsende der Volksrepublik Polen in Gestalt der am 17. März 1945 gebildeten Woiwodschaft Allenstein. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch etwa 36 Prozent der VorkriegsbevĂślkerung in Masuren, die Städte waren zu 40 bis 50 Prozent, die DĂśrfer zu 25 bis 30 Prozent zerstĂśrt. Die bisherigen Ortsnamen wurden in den Folgejahren polonisiert, wobei weitgehend wieder auf die alten pruĂischen und masurischen Namen zurĂźckgegriffen wurde; in Einzelfällen erhielten Städte auch Namen zu Ehren von mit Masuren verbundenen Personen.cite-ref-dhi-20-1[20]
Bereits 1943 hatte der aus Soldau stammende Karl Mallek dem Lubliner Komitee ein Konzept zur âRepolonisierungâ Masurens vorgelegt, das die einheimische BevĂślkerung anhand von ethnischen â nach Einschätzung Andreas Kosserts rassistischen, der Volksliste der Nazis entsprechenden â Kriterien als âgermanisierte Polenâ oder Deutsche klassifizierte. Mallek ging auch von einer RĂźckwanderung aus Westfalen aus; dadurch sollte nach der Vertreibung der als deutsch klassifizierten BevĂślkerung die Region neu besiedelt werden.cite-ref-dhi-20-2[20] Anhand dieser Kriterien wurden im Juni 1945 9.527 Masuren und 145.573 Deutsche in der gesamten Woiwodschaft Allenstein erfasst, bis zum 25. August 1945 stieg die Zahl der Ermländer und Masuren auf 30.858 gegenĂźber 142.312 Deutschen. Am 1. Juni 1946 befanden sich schlieĂlich 65.279 âAutochthoneâ und noch 98.472 Deutsche im Gebiet der Woiwodschaft.cite-ref-21[A 1]cite-ref-22[21] Die als âautochthonâ eingestufte BevĂślkerung erhielt â mit der Auflage des Nichtgebrauchs der deutschen Sprache und der Ablegung deutscher Vor- und Familiennamen â ein Bleiberecht. Die Ăźbrigen Bewohner Masurens wurden als Deutsche eingestuft und bis auf wenige Ausnahmen aus Masuren vertrieben. Ab 1946 erfolgte eine verstärkte Besiedelung aus den benachbarten Gebieten Nordmasowiens und der Kurpie, 1947 wurden Ukrainer aus SĂźdost-Polen im Rahmen der Aktion Weichsel zwangsweise nach Masuren umgesiedelt, 1948 stellten Zuwanderer aus Zentralpolen aber weiterhin ca. 75 Prozent der Neusiedler.cite-ref-dhi-20-3[20]
Die âautochthoneâ BevĂślkerung sollte bei einer ersten âVerifizierungsâ-Aktion im Oktober 1946 die polnische StaatsangehĂśrigkeit annehmen, 37.736 Masuren entschieden sich hierzu, während 30.804 dies verweigerten. Allein im Kreis Sensburg standen 16.385 Einheimischen ohne polnische StaatsangehĂśrigkeit nur 6.879 âVerifizierteâ gegenĂźber. Ende 1948 wurde der ehemalige Chef der Lodzer Geheimpolizei UB, MieczysĹaw Moczar, Woiwode der Woiwodschaft Allenstein und initiierte eine zweite âGroĂe Verifizierungskampagneâ, die durch Anwendung unmittelbarer Gewalt die Anzahl nicht-verifizierter Masuren reduzierte. Masuren, die sich bis dahin verweigert hatten, wurden verhaftet und gewaltsam zur Annahme der polnischen StaatsangehĂśrigkeit gezwungen. Allein im Kreis Sensburg blieben von 6.858 ânicht-verifiziertenâ Masuren im August 1948 noch 166 im März 1949. Per Dekret vom 8. Januar 1951 wurde schlieĂlich sämtlichen noch in Polen lebenden deutschen StaatsbĂźrgern die polnische StaatsbĂźrgerschaft zuerkannt.cite-ref-dhi-20-4[20]cite-ref-23[22]
Mit der einsetzenden Entstalinisierung verlieĂen ab 1956 zahlreiche Masuren als Spätaussiedler ihre Heimat â allein zwischen 1956 und 1958 sank die Zahl der âAutochthonenâ in Masuren von 54.946 auf 36.539 â und Ăźbersiedelten insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland. Heute bildet Masuren zusammen mit dem Ermland die Woiwodschaft Ermland-Masuren (polnisch WarmiĹsko-Mazurskie).cite-ref-dhi-20-5[20]
Religion
Christentum
Die Bewohner Masurens waren seit der Reformation bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mehrheitlich Lutheraner. Bereits 1533 wurde in KĂśnigsberg eine polnische Ăbersetzung von Martin Luthers Kleinem Katechismus herausgegeben; in Lyck publizierten Jan und Hieronymus Maletius ebenfalls zahlreiche ErstĂźbersetzungen reformatorischer Schriften. Nach GrĂźndung der Universität KĂśnigsberg (âAlbertinaâ) im Jahr 1544 stiftete Herzog Albrecht fĂźr die muttersprachliche seelsorgerische Betreuung der Masuren sieben Stipendien fĂźr polnischsprachige Studenten. Das 1728 von KĂśnig Friedrich Wilhelm I. eingerichtete Polnische Seminar der Albertina diente der Ausbildung evangelischer Geistlicher fĂźr Masuren; noch bis 1918 blieben Polnisch-Kenntnisse fĂźr evangelische Geistliche in Masuren verpflichtend.cite-ref-24[23]cite-ref-25[24]cite-ref-26[25]
Nach ihrem Verbot in Polen im Jahr 1658 siedelte sich eine Gruppe der unitarischen Polnischen Brßder in Masuren an; unter ihnen befanden sich der Barockdichter Zbigniew Morsztyn sowie der zum kurfßrstlichen Rat berufene Samuel Przypkowski. Dieser pachtete 1666 den Ort Andreaswalde, wo er mit weiteren Glaubensflßchtlingen aus Polen und Litauen eine unitarische Gemeinde grßndete, die bis 1803 bestand.cite-ref-27[26] Ab 1830 siedelten sich Philipponen, aus Russland stammende russisch-orthodoxe Altgläubige, in Eckertsdorf und einigen weiteren DÜrfern in der Johannisburger Heide sßdlich von Nikolaiken an; einzelne altgläubige Familien entgingen der Vertreibung und sind hier bis heute anzutreffen.cite-ref-28[27]
Im Zuge der fortschreitenden Germanisierung â seit 1888 war der schulische Religionsunterricht ausschlieĂlich deutschsprachig â und der nicht mehr gewährleisteten masurisch-muttersprachlichen Betreuung wurde im späten 19. Jahrhundert die von Christoph Kukat in PreuĂisch Litauen gegrĂźndete, auĂerhalb der offiziellen Amtskirche seelsorgerisch tätige âGromadkiâ-Laienpredigerbewegung auch in Masuren populär.cite-ref-29[28]
Die nach Kriegsende in Masuren tätigen evangelischen Geistlichen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen (EAK) waren meist ortsfremd und während des Krieges der Verfolgung durch die deutschen Besatzer ausgesetzt gewesen, zum Teil waren sie aus deutschen Konzentrationslagern zurĂźckgekehrt. DemgegenĂźber trafen sie auf eine weitgehend deutschsprachige BevĂślkerung in einer Region, in der die NSDAP 1933 die besten Wahlergebnisse im Deutschen Reich erzielt hatte. Nachdem fĂźhrende Vertreter der EAK bereits während der Volksabstimmung 1920 fĂźr einen Anschluss an Polen geworben hatten, der seelsorgerische Gebrauch der deutschen Sprache verboten war und die EAK der offiziellen Regierungshaltung zur Re-Polonisierung der Masuren folgte, war das Verhältnis der einheimischen Masuren zur Amtskirche oft ambivalent; es kam zu einer Wiederbelebung der Gromadki-Bewegung, nunmehr unter sprachlich umgekehrten Vorzeichen. Der evangelische Glaube wurde im Alltag mit deutscher Nationalität gleichgesetzt und evangelische Christen als westliche Agenten diffamiert; noch bis 1990 berichtete etwa Janusz Jagucki, Pfarrer der Evangelischen Gemeinde GiĹźycko (LĂśtzen) und späterer Bischof der EAK, dem polnischen Geheimdienst SĹuĹźba BezpieczeĹstwa Ăźber seine Gemeinde.cite-ref-30[29] Die stetige Abwanderung der evangelischen Masuren fĂźhrte zu einer relativen Zunahme des Katholizismus; hierbei kam es noch bis in die frĂźhen 1980er Jahre zu illegalen, zum Teil gewaltsamen Besetzungen evangelischer Kirchen. So wurde etwa am 23. September 1979 die Kirche in Spychowo (Puppen) während des laufenden Gottesdienstes gewaltsam Ăźbernommen; in GawrzyjaĹki (Gawrzyalken) wurden am 20. April 1980 die KirchentĂźren aufgebrochen und das Gebäude, ebenso wie in Ukta, Nawiady (Aweyden), Szestno (Seehesten) und Baranowo (Barranowen), illegal besetzt.cite-ref-31[30]
Aufgrund der Flucht und Vertreibung der Deutschen und durch Ansiedlung von mehrheitlich katholischen Polen stellen die Protestanten heute nur eine kleine Minderheit. Inwieweit heute noch von einer durch das traditionelle evangelische Bekenntnis geprägten masurischen Identität gesprochen werden kann, ist umstritten.cite-ref-32[31]
| Jahr [ 32 ] | Anzahl der Mitglieder der DiĂśzese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen |
|---|---|
| 1950 | 68.500 |
| 1955 | 46.144 |
| 1958 | 24.822 |
| 1961 | 21.174 |
| 1964 | 16.368 |
| 1967 | 12.374 |
| 1970 | 0 7.043 |
| 1976 | 0 4.790 |
| 1981 | 0 3.536 |
Judentum
Die Ansiedlung von Juden war in Masuren lange Zeit verboten, nur in Ausnahmefällen wurden Schutzjuden geduldet. 1567 erlieĂ Herzog Albrecht eine Verordnung zur Ausweisung ausländischer Juden; 1738 wurde ein Edikt gegen âlitauische Betteljudenâ und 1763 ein Edikt âwider das hausiren und insbesondere wider das Geld-Verwechslen der Juden auf dem platten Landeâ erlassen. Erst nach dem Judenedikt von 1812 kam es zu einer verstärkten Ansiedlung. Nach der Legalisierung durch das Judengesetz von 1847 grĂźndeten sich in zahlreichen Städten Synagogen-Gemeinden; zu diesem Zeitpunkt lebten in den Kreisen Ortelsburg und Johannisburg insgesamt 419 Juden, im Kreis Lyck existierten 1864 54 jĂźdische Haushalte.cite-ref-34[33] Synagogen existierten in Deutsch Eylau, Gilgenburg, Goldap, Hohenstein, Johannisburg, LĂśtzen, Lyck, Marggrabowa/Treuburg, Neidenburg, Nikolaiken, Ortelsburg, Osterode, Prostken, Rastenburg, Sensburg und Soldau.cite-ref-35[34]
Die wohl berĂźhmteste aus Masuren stammende PersĂśnlichkeit jĂźdischen Glaubens war der âEisenbahnkĂśnigâ Bethel Henry Strousberg, darĂźber hinaus hatten Kurt Blumenfeld, Siegfried Heinrich Aronhold, Leo S. Olschki und der Filmproduzent Paul Davidson masurische Wurzeln.
PersĂśnlichkeiten masurischer Herkunft
⢠August Ballnus (1807â1871), Theologe
⢠Friedrich Baltrusch (1876â1949), Politiker
⢠Konrad Biesalski (1868â1930), Orthopäde und Hochschullehrer
⢠Kurt Blumenfeld (1884â1963), Zionist
⢠Joachim Freiherr von Braun (1905â1974), Jurist
⢠August Broda (1867â1932), Baptistenpastor
⢠Ingrid van Bergen (1931â2025), Schauspielerin
⢠Abraham Calov (1612â1686), Theologe
⢠Otto von Corvin (1812â1886), Schriftsteller und Kirchenkritiker
⢠Friedrich Dewischeit (1805â1884), Dichter des Masurenliedes
⢠Lothar Gall (1936â2024), Historiker
⢠Gustav Gisevius (1810â1848), Sprachforscher
⢠Ferdinand Gregorovius (1821â1891), Journalist und Historiker, EhrenbĂźrger von Rom
⢠Gustav GroĂmann (1893â1973), Schriftsteller, Psychologe und Urheber der GroĂmann-Methode
⢠Paul Hensel (1867â1944), Vorkämpfer fĂźr den Verbleib Masurens bei Deutschland
⢠Andreas Hillgruber (1925â1989), Historiker
⢠Arno Holz (1863â1929), Dramatiker
⢠Joachim Kaiser (1928â2017), Kritiker
⢠Hans Hellmut Kirst (1914â1989), Schriftsteller
⢠Waldemar Kobus (* 1966), Schauspieler
⢠Gustaf Kossinna (1858â1931), Siedlungsarchäologe
⢠Walter Kollo (1878â1940), Komponist
⢠Erwin Kruk (1941â2017), Schriftsteller, âStimme und literarisches Gedächtnis Masurensâ
⢠Udo Lattek (1935â2015), FuĂballspieler und -trainer
⢠Siegfried Lenz (1926â2014), Schriftsteller
⢠Albert Lieven (1906â1971), Schauspieler
⢠Erich von Lojewski (1909â1970), deutscher Journalist und Schriftsteller
⢠Arthur Ludwich (1840â1920), Klassischer Philologe
⢠Kurt Obitz (1907â1945), Mediziner, Publizist und Redakteur der Zeitschrift CechâMasurischer Brief
⢠Manfred Rekowski (* 1958), evangelischer Theologe
⢠Fritz Skowronnek (1858â1939), Fischer und Jäger, Kartograph
⢠Bethel Henry Strousberg (1823â1884), Industrieller
⢠Hellmuth Stieff (1901â1944), General und Widerstandskämpfer
⢠Arno Surminski (* 1934), Schriftsteller
⢠Kurt Symanzik (1923â1983), Physiker
⢠Elisabeth von Thadden (1890â1944), Widerstandskämpferin
⢠Ernst Wiechert (1887â1950), Schriftsteller
⢠Wilhelm Wien (1864â1928), Physiker, Nobelpreis 1911
⢠Max Worgitzki (1884â1937), Politiker, Schriftsteller und GrĂźnder des Allensteiner Theaters
SehenswĂźrdigkeiten
Zu den bekanntesten SehenswĂźrdigkeiten in Masuren gehĂśren:
⢠Borkener Heide
⢠Galindia Paradies
⢠GroĂe Wildnis
⢠Heilige Linde
⢠Masurisches Heimatmuseum Owczarnia
⢠Pyramide in Rapa
⢠Rominter Heide
⢠Schloss Steinort
Literatur
SachbĂźcher
⢠Andreas Kossert: Masuren. OstpreuĂens vergessener SĂźden, 3. Ăźberarbeitete Auflage. Siedler-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-88680-696-0.
⢠Andreas Kossert: Ostpreussen â Geschichte und Mythos, 2. Auflage. Siedler-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-88680-808-4.
⢠Andreas Kossert: âGrenzlandpolitikâ und Ostforschung an der Peripherie des Reiches. Das ostpreuĂische Masuren 1919â1945. In: Vierteljahrshefte fĂźr Zeitgeschichte, Jg. 51 (2003), Heft 2, S. 117â146 (online).
⢠Erwin Kruk: Kronika z Mazur. Warschau 1989.
⢠Bernd Martin: Masuren â Mythos und Geschichte. Herrenalber Forum, Bd. 22, Evang. Presseverb. fĂźr Baden, 1998, ISBN 3-87210-122-6.
⢠AndrÊ Micklitza: Masuren, 11. aktualisierte und erweiterte Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-89794-549-4.
⢠Reinhold Weber: Masuren: Geschichte â Land und Leute. Verlag Gerhard Rautenberg, Leer 1983, ISBN 3-7921-0285-4.
⢠Max Toeppen: Geschichte Masurens. Ein Beitrag zur preuĂischen Landes- und Kulturgeschichte. Verlag von Theodor Bertling, Danzig 1870. urn:nbn:de:gbv:9-g-5213825
Sonstiges
⢠Wolfgang Koeppen: Es war einmal in Masuren. 2. Auflage. Frankfurt am Main 1991.
⢠Karl Eduard Schmidt: An Masurens Seen. Mit sieben Illustrationen nach Aufnahmen von Hofphotograph Gottheil in KĂśnigsberg. In: Reclams Universum: Moderne illustrierte Wochenschrift. 29.2 (1913), S. 1212â1217.
⢠Max Simoneit: Die masurischen Seen. 3. Auflage. LÜtzen 1936.
Weblinks
Commons
: Masuria
â Sammlung von Bildern und Audiodateien
Wikivoyage: Masuren
â ReisefĂźhrer
⢠Historische Masurische Vereinigung Masurische Bienen, Zeitung
⢠Alte Landkarte PreuĂenland (Memento vom 22. Juli 2011 im Internet Archive) mit Culmerland, Sassen und Galinder Land an der Grenze zum sĂźdlich davon gelegenen Masowien
Anmerkungen
cite-note-21A 1. â Die der Woiwodschaft BiaĹystok zugeordneten Kreise Lyck, Oletzko und Goldap sind hierbei nicht berĂźcksichtigt. Hier wurden im Rahmen der Verifizierungsaktion im Oktober 1946 insgesamt 3.190 Autochthone erfasst.
Einzelnachweise
cite-note-11. â F. Ratzel: Anthropogeographie, Bd. II, 1891, S. 110.
cite-note-22. â Roman Soltyk: Polen, geographisch & historisch geschildert. Stuttgart 1834, S. 53.
cite-note-33. â Heinrich Kunstmann: Die Slaven, ihr Name, ihre Wanderung nach Europa und die Anfänge der russischen Geschichte in historisch-onomastischer Sicht. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1996, S. 148.
cite-note-44. â August Ambrassat: Die Provinz OstpreuĂen, ein Handbuch der Heimatkunde. 1912. Nachdruck Weidlich, Frankfurt a. M. 1978, S. 241 f.
cite-note-55. â Kossert: Masuren, S. 74.
cite-note-66. â Kossert: Masuren, S. 85; Katrin MĂśller-Funck: Die Krise in der Krise. Existenzielle Bedrohung und gesellschaftliche Rezession im KĂśnigreich PreuĂen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Dissertation (Universität Rostock). 2015, S. 81, 245 (uni-rostock.de [PDF]).
cite-note-77. â Hermann Gruber: Kreise und Kreis-Grenzen Preussens vornehmlich die Ost-Preussens geographisch betrachtet. Basch & Co., Berlin 1912, S. 48 f.
cite-note-88. â Martin Broszat: Zweihundert Jahre deutsche Polenpolitik. Suhrkamp-Verlag, 1978, ISBN 3-518-36574-6, S. 129 ff.
cite-note-99. â Wojciech KÄtrzyĹski: O Mazurach (âĂber die Masurenâ). Posen 1872 (polnisch, Digitalisat).
cite-note-1010. â Wojciech KÄtrzyĹski: O ludnoĹci polskiej w Prusiech niegdyĹ krzyĹźackich (âDie polnische BevĂślkerung im ehemaligen Ordensland PreuĂenâ). Lemberg 1882 (polnisch, Digitalisat).
cite-note-1111. â Andreas Kossert: âEchte SĂśhne PreuĂensâ â Die polnischsprachigen Masuren in Westfalen und ihre FrĂśmmigkeit. In: Westfälische Zeitschrift. Band 155, 2005, S. 331 ff., 334 (lwl.org [PDF]).
cite-note-kos239-1212. â Andreas Kossert: Masuren, S. 239.
cite-note-salm-1313. â Jan Salm: OstpreuĂische Städte im Ersten Weltkrieg â Wiederaufbau und Neuerfindung. Hrsg.: Bundesinstitut fĂźr Kultur und Geschichte der Deutschen im Ăśstlichen Europa. Oldenbourg, 2012, ISBN 978-3-486-71209-4, S. 151 ff.
cite-note-1414. â Andreas Kossert: âGrenzlandpolitikâ und Ostforschung an der Peripherie des Reiches. S. 124, (PDF; 8,4 MB)
cite-note-1515. â Rudolf Jaworski: Die polnische Grenzminderheit in Deutschland (1920â1939). In: Institut fĂźr Zeitgeschichte, Generaldirektion der polnischen Staatsarchive (Hrsg.): Deutsche und Polen zwischen den Kriegen. Minderheitenstatus und âVolkstumskampfâ im Grenzgebiet (1920â1939). Band 1, 1997, ISBN 3-598-22810-4, S. 52.
cite-note-1616. â Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch fĂźr das Deutsche Reich. Die BevĂślkerung des Deutschen Reichs nach der Muttersprache. 1928, S. 20. Online
cite-note-1717. â Mathias Niendorf: Deutsche und Polen zwischen den Kriegen â Minderheitenstatus und âVolkstumskampfâ im Grenzgebiet. 1997, ISBN 3-598-22810-4, S. 161.
cite-note-1818. â Kossert: Masuren, S. 294 ff.
cite-note-1919. â Kossert: OstpreuĂen â Geschichte und Mythos, S. 288.
cite-note-dhi-2020. â Andreas Kossert: PreuĂen, Deutsche oder Polen? Die Masuren im Spannungsfeld des ethnischen Nationalismus 1870â1956. Hrsg.: Deutsches Historisches Institut Warschau. Otto Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04415-2, S. 298 ff.
cite-note-2221. â WĹodzimierz Borodziej, Hans Lemberg, Claudia Kraft: âUnsere Heimat ist uns ein fremdes Land geworden âŚâ â Die Deutschen Ăśstlich von Oder und NeiĂe 1945â1950. Hrsg.: Herder-Institut (Marburg). 2000, ISBN 3-87969-283-1, S. 453, 504, 511, 549 (herder-institut.de [PDF]).
cite-note-2322. â Kossert: Masuren â OstpreuĂens vergessener SĂźden, S. 367.
cite-note-2423. â Katrin MĂśller-Funck: Die Krise in der Krise. Existenzielle Bedrohung und gesellschaftliche Rezession im KĂśnigreich PreuĂen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Dissertation (Universität Rostock). 2015, S. 195 (uni-rostock.de [PDF]).
cite-note-2524. â Kossert: Masuren â OstpreuĂens vergessener SĂźden, S. 70.
cite-note-2625. â Kossert: PreuĂen, Deutsche oder Polen, S. 25.
cite-note-2726. â Kossert: Masuren â OstpreuĂens vergessener SĂźden, S. 71 ff.
cite-note-2827. â Kossert: Masuren â OstpreuĂens vergessener SĂźden, S. 177 ff.
cite-note-2928. â Kossert: PreuĂen, Deutsche oder Polen, S. 81 ff.
cite-note-3029. â Polen: Neuwahl eines Leitenden Bischofs auf der Herbstsynode, Wechsel im Amt im Januar 2010. Martin-Luther-Bund, 11. Mai 2009, abgerufen am 29. Mai 2020.
cite-note-3130. â Kossert: Masuren â OstpreuĂens vergessener SĂźden, S. 374.
cite-note-3231. â Andrzej Sakson: Zwischen Polentum und Deutschtum â gibt es noch Masuren und Ermländer? In: Nordost-Institut (Hrsg.): Heimat und Ethnizität. Ăber den Umgang mit Fremdheit in Masuren und Schlesien nach dem Zweiten Weltkrieg. Band VIII, 1999, ISSN 0029-1595, S. 221 ff.
cite-note-331. Kossert: Ostpreussen â Geschichte und Mythos, S. 357.
cite-note-3433. â Kossert: Masuren â OstpreuĂens vergessener SĂźden, S. 168 ff.
cite-note-3534. â Synagogen in OstpreuĂen AâZ. jewsineastprussia.de, abgerufen am 29. Mai 2020.